Auf der Alp sind Wanderer willkommen

Die kleine Rinderalp Maton der Ortsgemeinde Pfäfers bietet einen der besten Aussichtspunkte vom Bündnerland
bis zu den Churfirsten. Vom St. Margrethenberg ist es zu Fuss nur eine Stunde bis zum Alpbeizli. Die Familie
Gort ist seit 1970 mit der Bewirtschaftung der Alp verbunden – heuer noch bis zirka am 20. August.

von Axel Zimmermann

St. Margrethenberg.– Höchstens bei ausgezeichnetem Heuwetter ist Rita Gort nicht im Alpbeizli Maton anzutreffen. Aber für diesen Fall hat sie vorgesorgt: Kühle Getränke für Wanderer sind bereitgestellt. Und sonst gibt es jederzeit auch einen Imbiss, an den Wochenenden zudem Bauernwürste vom Grill.

Die Sonne bestimmt den Tageslauf

Pfarrer Martin Blaser (Pfäfers) hat auch heuer die Alp gesegnet. Reto Gort hat ein neues Alpkreuz gezimmert. Einmalig ist die Aussicht schon beim Aufstieg ab dem Fürggli, St. Margrethenberg. Wer es noch besser will, steigt von Maton (1757 Meter über Meer) noch ein paar Meter auf den Chimmispitz auf.

«Um 6 Uhr weckt Dich die Sonne im Bett – und um 20.30 Uhr geht sie unter», erklärt der Alphirt Johann Gort. Die Sonne bestimmt seinen Tagesrhythmus. Im Jahre 1970 war er als 14-Jähriger erstmals Hirt auf der Pfäferser Alp Grot/Maton.

Immer lockt der Calanda

Viele sonst versteckte Maiensässe sind von Maton aus zu entdecken. Die mächtigen und schönen Berge Calanda, Ringel, Graue Hörner und Churfirsten liegen zum Greifen nah. Vättis, die Valenserberge, die Bündner Herrschaft und beispielsweise Sevelen liegen zu Füssen. Schesaplana und die Grenzberge zu Österreich, Sulzfluh, Drusenfluh und Schweizertor, sind schön zu erkennen. Sogar bei schlechtem Wetter gibt es recht viel zu sehen.

«Der Chimmispitz kann mit Stolz als der schönste Panoramaberg des Sarganserlandes bezeichnet werden», schreibt der einheimische Dichter Kookaburra – mit bürgerlichem Namen Hans Häfliger, ein ehemaliger Älpler von Maton. «Das kleine Dörfchen Says und darüber der Hochwang sind die letzten Blickpunkte, bevor wieder der Calandarücken mit den Vazerbergen, Alp Marola, Alp Salaz, mit Zweierspitz, Stelli, Rossfallen und Napoleon mich in den Bann ziehen», schwärmt Häfliger von der Rundumsicht.

Die Alpfahrt ist in Sicht

«Am Anfang der Alpzeit 2016 hat es viel Gras gebraucht, die Rinder haben wegen der Nässe viel verstampft», berichtet Johann Gort. Dank des guten «Wachswetters» rechnet er damit, dass er wie gewohnt bis am 20. August auf Maton bleiben kann. Seine Frau Rita Gort wird ebenso lange das Alpbeizli führen.

Bei gutem Wetter draussen, bei Regen im geräumigen Alpgebäude, dürfen es sich die Wanderer wohl sein lassen. 120 Stück Vieh sind bei jedem Wetter auf der Alp.

Im Jahre 1864 wurde die Hütte inklusive Sennerei neu erbaut. 2012 wurde sie von der Ortsgemeinde Pfäfers durchgehend renoviert: Die Wanderer profitieren mit dem Alpbeizli davon.

Infos: www.alpmaton.ch.

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Sie haben bei jedem Wetter viel zu tun: Rita und Johann Gort (rechts) sowie ihre beiden Ferienarbeiter Jakob und Roland besorgen das Vieh und führen das Beizli auf der Alp Maton. Das neue Alpkreuz stammt von Reto Gort.